5 Gründe, die dich vom Schreiben abhalten

Immer wieder treffen wir in unserem Bekanntenkreis auf Menschen, die »mal geschrieben haben« oder davon träumen, ihre Gedanken, Erlebnisse und Erfahrungen in Texten umzusetzen. Hier sind ihre 5 Gründe, die sie – und vielleicht auch dich – vom Schreiben abhalten:


Grund 1: Ich habe keine Zeit zum Schreiben

Arbeit und Familie können einnehmend sein, dazu gesellen sich oftmals weitere Freizeitaktivitäten wie z.B. Sport und Social Media. Wo bleibt da noch Zeit für das Schreiben?

Dabei ist die Antwort im Grunde einfach, du musst nur einen Blick in den Kühlschrank werfen. Ist er leer? Knurrt dein Magen? Falls ja, wirst du dich höchstwahrscheinlich auf den Weg in den Supermarkt machen oder schnell eine Kleinigkeit telefonisch bestellen, denn Essen steht gerade ganz oben auf deiner To-do-Liste.

Anschließend meldet sich dein Hund, es ist Zeit für den Abend-Spaziergang. Es regnet. Du würdest jetzt lieber auf der Couch entspannen, aber stattdessen nimmst du dir die Leine und machst dich auf den Weg.

Unterwegs bleibst du kurz auf der Brücke im Park stehen und fotografierst den von der Abendsonne angestrahlten Weltuntergangshimmel, ehe es wieder zu regnen beginnt. Später wirst du dieses Foto vielleicht auf Instagram posten oder deiner Familie zeigen.

Es hilft nichts! Wenn du ein Autor sein möchtest, dann fang an zu schreiben!

Ob bewusst oder unbewusst, wir teilen unseren Tag in Prioritäten ein. Es gibt Dinge, die uns am Herzen liegen und die wir aller Hektik – selbst einer ellenlangen To-do-Liste – zum Trotz erledigen werden. Wenn du also keine Zeit hast, dann solltest du dich fragen, welchen Stellenwert das Schreiben in deinem Leben einnimmt. Wenn es dir wirklich wichtig ist, dann sollte es mit ganz oben auf deiner Prioritätenliste stehen.

 

Grund 2: Ich weiß nicht, wie ich mit dem Schreiben beginnen soll

Bücher sind deine Leidenschaft. Buchläden oder Büchereien ziehen dich magisch an und obwohl du kaum mit dem Lesen hinterherkommst, sammelst du weiter. Du kannst auf Knopfdruck deine Lieblingsautoren nennen. Du gerätst regelmäßig ins Schwärmen, wenn du ein gutes Buch entdeckt hast. Wie schön wäre es, wenn andere so über DEIN Buch reden würden, wenn sie es kaufen und lesen könnten.

Wenn da nicht diese Kleinigkeit wäre: Du weißt nicht, wie du anfangen sollst! Du hast es vielleicht schon versucht, aber stattdessen den Mülleimer gefüttert oder diverse neue Dateien auf deinem Computer angelegt.

Eine mehrseitige Kurzgeschichte oder sogar ein Buch zu schreiben ist ein tolles Ziel, aber statt dir gleich den größten Berg vorzunehmen, solltest du mit kleinen Schritten beginnen. Führe ein Schreibtagebuch und beschränke dich am Anfang auf kurze Schreibeinheiten von max. 20 Minuten. Diese Zeit kannst du nutzen, um deine Ideen aufzuschreiben, einzelne Szenen zu verfassen oder auch die eine oder andere Schreibübung zu absolvieren.

Am besten machst du es dir für den Anfang möglichst einfach. Ein schönes Notizbuch und dein Lieblingsstift sind völlig ausreichend. Computer sind eine tolle Errungenschaft, aber sie brauchen Updates in den unpassendsten Momenten, lenken dich mit einer Vielzahl an Benachrichtigungen ab oder versagen manchmal sogar den Dienst.

Der Literatur-Nobelpreisträger Thibault sagt: Talent ist nur große Geduld.

Gerade am Anfang ist es wichtig, eine Schreibroutine zu entwickeln und kleinere Projekte in Angriff zu nehmen. Schreib für dich und gib dir eine Chance, zu lernen und dich zu entwickeln.

Grund 3: Ich habe keine Ahnung, was ich schreiben soll!

Ideen gibt es wie Sand am Meer, aber das ist gleichzeitig auch das Problem.

Wahrscheinlich hast du bereits eine Fülle von eigenen Ideen oder hast fleißig in Ratgebern oder dem Internet gesucht, aber es fällt schwer, eine Idee auszusuchen, denn sie sind alle gleich gut oder schlecht. Warum überlässt du die Auswahl nicht dem Zufall?

Schreib deine Ideen oder Anregungen auf Karten, mische sie, lege sie verdeckt auf den Tisch und ziehe eine. Aber nicht mogeln!! Alles was du aufgeschrieben hast, kam für dich als mögliche Schreibidee in Frage, also setzte sie um.

Falls dir zu deiner Karte erst einmal nichts einfällt, versuche es mit Clustering, d.h. du schreibst die gezogene Idee ins Zentrum eines leeren Blattes und notierst dazu passende Stichworte. Häufig entsteht im Verlauf ein Bild in deinem Kopf, das du nutzen kannst, um einen passenden Text zu der Idee zu verfassen.

Statt dich zu fragen, was du schreiben sollst, entscheide dich, es zu tun. Jetzt gleich!

Falls dir die Karten-Methode nicht zusagt, sieh dich um. Beschreibe einen x-beliebigen Gegenstand in deiner Nähe. Wie sieht er aus? Welchen Stellenwert nimmt er in deinem Leben ein? Verbindet euch eine Geschichte?
Du kannst dir auch dein Lieblingsbuch schnappen, es an einer beliebigen Stelle aufschlagen und zwei bis drei Sätze lesen. Diese Sätze bilden den Anfang eines neuen Textes, der einen ganz anderen Verlauf wie das Original nehmen darf. Deiner Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt!

Grund 4: Ich habe kein Talent zum Schreiben

François Anatole Thibault, ein französischer Literatur-Nobelpreisträger, hat es auf den Punkt gebracht, indem er sagte: »Talent ist nur große Geduld«.

Talent wird uns nicht in die Wiege gelegt. Es bedarf großer Ausdauer und vor allem Begeisterung, um ein wirklich guter Autor zu werden. Nur, wenn wir für etwas »brennen«, entwickeln wir die nötige Motivation und Energie, stetig besser zu werden und aus Rückschlägen zu lernen.

Entdecke den Schreibsportler in Dir! Trainiere so oft du kannst, das wird dir auf deinem Weg zum erfolgreichen Autor helfen.

Wenn du täglich schreibst, wirst du bereits nach kurzer Zeit feststellen, wie sich deine Texte verändern. Sie klingen nicht nur flüssiger, sondern werden auch gewagter, detailreicher, lebendiger. Je sicherer du wirst, desto mehr beginnst du mit der Sprache zu spielen, suchst nach neuen Worten und Formulierungen.

Falls du an dir zweifeln solltest, probiere einfach verschiedene Genres aus, vielleicht liegt dir eine Liebesgeschichte mehr als ein Krimi. Nur weil du dich erst einmal für etwas „Leichteres“ entschieden hast, bedeutet es nicht, dass du kein Talent hast, sondern dir vorerst nur die Übung bzw. die nötige schriftstellerische Finesse für dein Wunschprojekt fehlt.

Grund 5: Ich habe bisher noch keinen lesetauglichen Text fertiggestellt

Von allen Gründen, die bisher genannt wurden, ist dies der wahrscheinlichste, der dich dazu bringen wird, deine Zeit und Energie einem anderen Thema zuzuwenden.

Schreiben ist ein weitestgehend unsichtbarer Prozess. Bevor die Kurzgeschichte oder das Buch nicht beendet ist, bekommt deinen Text in der Regel niemand zu sehen. Wer Glück hat, kann die Entstehung mit einem Lebenspartner oder einer Freundin teilen, aber häufig zeigt das Umfeld nur wenig Verständnis.

Während andere stolz ihre Follower auf Instagram präsentieren, die selbst gefertigte Filztasche herumreichen oder auch Fotos von Omas Schrank zeigen, den sie wieder aufpoliert haben, stehst du mit leeren Händen da. Mit Chance erinnern sich einige an eine toll formulierte Karte oder einen brillanten Beitrag in einer Hochzeitszeitung.

Dennoch ist das kein Grund aufzugeben. Dein Umfeld spielt beim Schreiben eine große Rolle. Wenn du niemanden hast, der deine Begeisterung für das Schreiben teilt, finde jemanden auf deiner Wellenlänge z.B. in einer Schreibgruppe vor Ort oder auch im Internet.

Warte nicht erst darauf, dass dein Schreibprojekt beendet ist, bevor du es mit jemandem teilst. Auf zahlreichen Portalen kannst du Ausschnitte deiner Arbeit veröffentlichen und so schnell erfahren, ob du auf dem richtigen Weg bist oder weiter an dem Text feilen musst.

Auf Twitter, Facebook, Youtube oder Instagram kannst du andere Autoren kennenlernen, die mit gleichen oder ähnlichen Problemen wie du kämpfen. Zusammen könnt ihr euch motivieren und wer weiß, vielleicht entdeckst du neben dem Schreiben noch ein weiteres Talent.

Fazit

Wenn der Autor in dir keine Ruhe gibt, dann solltest du ihm eine Chance geben. Mit Ausdauer, dem passenden Umfeld und der entsprechenden Motivation kannst du deinen Schreibstil stetig verbessern und so dein Schreibprojekt erfolgreich verwirklichen.

Entdecke den Schreibsportler in dir / Schreibgruppe Federreiter

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